Einrichtungen von Givat Haviva

Die angegebene Auswahl von Einrichtungen stellt eine Auswahl der Bestandteile von Givat Haviva dar. Zurzeit gibt es über 35 verschiedene Projekte, die von Givat Haviva durchgeführt werden. Unter Materialien stehen weitere Informationen zu einzelnen Zentren und Projekten zum Download bereit.


Das jüdisch-arabische Zentrum für den Frieden
Auf Grund bestehender sozialer Ungleichheiten zwischen der arabischen und jüdischen Bevölkerung in Israel und zur Förderung von Toleranz und Koexistenz hat Givat Haviva 1963 das jüdisch-arabische Zentrum für Frieden gegründet. Ein gemeinsames Kennenlernen und Miteinander insbesonders von Jugendlichen steht hier im Mittelpunkt. Als Spiegel dieses Gedankens sind auch alle Arbeitsplätze paritätisch jüdisch und arabisch besetzt. Auch mit Menschen und Organisationen in den palästinensischen Gebieten wird zusammengearbeitet. Dieses Zentrum erhielt 2001 den Friedenspreis der UNESCO.


Kunstzentrum
Einzigartig jenseits größerer Städte in Israel ist das Kunstzentrum von Givat Haviva. Es bietet Kindern wie Erwachsenen die Möglichkeit nicht nur Kunst zu konsumieren, sondern selber kreativ zu werden. Gleichzeitig ist auch das Kunstzentrum ein Ort der interkulturellen Begegnung. Bei den Projekten des Zentrums erlernen arabischen und jüdische Jugendliche künstlerisches Arbeiten und durch die gemeinsame Betätigung sich gegenseitig kennen.


Yad YaAri
Das Archiv und Forschungszentrum der Jugendbewegung Haschomer Hazair beschäftigt sich sowohl mit der Geschichte des jüdischen Jugendverbandes und dessen osteuropäischen Wurzeln, als auch mit der derzeitigen Situation der israelischen Kibbutzbewegung, die daraus hervorgegangen ist.


Moreshet
Ein weiteres Forschungs- und Dokumentationszentrum von imenser Bedeutung ist das Mordechai Anielevich Holocaust-Studien- und Forschungszentrum (Moreshet). Es ist eines der wichtigen und großen Einrichtungen seiner Art in Israel, birgt eine Unmenge an Orginaldokumenten von Überlebenden des Holocausts und stellt daher eine unvergleichbare Quelle zur Erforschung der Shoa dar. Fokus von Moreshet ist der jüdische Widerstand gegen den Faschismus.


Sprachkurse
Sprache ist ein unverzichtbares Werkzeug auf dem Weg zur gegenseitigen Verständnis. Zwar spricht fast die gesamte arabische Bevölkerung hebräisch, aber zu einem gleichberechtigtem Dialog und für eine Koexistenz auf Augenhöhe ist es nicht förderlich, wenn nur eine Seite die Sprache der anderen beherrscht. Givat Haviva ermutigt jüdische Israelis dazu, arabisch zu lernen und stellt dazu die notwendige Infrastruktur und ausgebildete LehrerInnen zu Verfügung.


Friedensbibliothek
Die Sarah und Yaacov Eshel Peace Library vereinigt seit 2001 unter einem Dach drei verschiedene Bibliotheken, die bis dahin getrennt auf dem Campus von Givat Haviva existierten: Die Zentrale Sammlung enthält vornehmlich Literatur zu soziologischen und psychologischen Themen sowie Zionismus, dem Land Israel, der Kibbuzbewegung, der israelischen Arbeiterbewegung und diverse Judaica. Die Bibliothek des jüdisch-arabischen Friedenszentrums konzentriert sich auf Beiträge zum Nahen und Mittleren Osten. In der Moreshet Bibliothek finden sich zahlreiche Bücher, Berichte von Zeitzeugen und Originaldokumente zum Holocaust. Die Bibliothek hält somit insgesamt über 60.000 Publikationen und mehr als 400 Periodika. Sie sind größtenteils elektronisch katalogisiert und für die Öffentlichkeit zugängig.


Noa/ Nuha – Das Zentrum für Frauen- und Geschlechterstudien
Die Arbeit für eine bessere Gesellschaft, für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit bedeutet natürlich auch, sich um die gesellschaftliche Gleichstellung der Frauen zu bemühen. Nicht nur in der arabischen sondern auch in der israelischen Gesellschaft sind Frauen nach wie vor benachteiligt: Bedingt durch traditionelle Rollenbilder sind Frauen in vielen Bereichen unterrepräsentiert: Verwaltung, Politik, Wirtschaft. Führungspositionen nehmen sie nur selten ein, ihre Bezahlung ist deutlich niedriger als die ihrer männlichen Kollegen.
Im Jahre 2002 wurde daher das Frauen- und Genderforschungszentrum Noa/ Nuha eingerichtet. Dieses Zentrum dient jedoch nicht nur der Forschung, sondern widmet sich ebenfalls mit einer Reihe von Programmen der praktischen Arbeit mit und für Frauen. Weiterbildungen, Trainings und Kulturveranstaltungen sollen es israelischen und arabischen Frauen ermöglichen, sich zu treffen, sich zu qualifizieren und vor allem: Miteinander ins Gespräch zu kommen. Über ihre Rollen und Möglichkeiten, die Chancen und Hindernisse in ihren jeweiligen Gesellschaften zu diskutieren und die Einflussnahme darauf zu erarbeiten.

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