Ausstellungeröffnung “Schau MIch An” in Bad Kreuznach

Schritte zum Frieden im Blick
Ausstellung „Schau mich an“ im Bonhoeffer-Haus

 Bad Kreuznach. Schritte zur Versöhnung zwischen Juden und Arabern in Israel zeigt eine Ausstellung des jüdisch-arabischen Bildungszentrums Givat Haviva im Dietrich-Bonhoeffer-Haus Bad Kreuznach. Unter dem Titel „Schau mich an“ dokumentiert sie die Annäherung junger Menschen aus den beiden verfeindeten Bevölkerungsgruppen.

„Zur Verständigung und zum Frieden gibt es keine Alternative.“ Mit diesen Worten griff Pfarrer Ekkehard Lagoda, Schulreferent der evangelischen Kirchenkreise an der Nahe, bei der Eröffnung das Prinzip der Ausstellung auf. Er knüpfte damit an ein Wort von Dietrich Bonhoeffer aus der Begrüßung von Superintendent Marcus Harke an. „Nur aus dem Unmöglichen kann die Welt erneuert werden; dieses Unmögliche ist der Segen Gottes“, zitierte Harke und schlug damit einen Bogen vom Namensgeber des Ortes zu der Ausstellung.

Mit eindringlichen Bildern und klug knapp gehaltenen Texttafeln vermittelt die Ausstellung einen Blick in das „andere Israel“. Hier verbreitet sich die Erkenntnis, dass ohne eine Annäherung von jüdischen und arabischen Israelis kein dauerhafter Frieden im Land möglich sein wird. Aus der Perspektive von zwei gedachten Akteuren jedoch mit authentischen Zitaten stellt sie die verfestigten Standpunkte einander gegenüber, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. „In jedem Araber schlummert ein Attentäter“, heißt es von jüdischer Seite, „Die Juden wollen uns klein und machtlos halten“, kritisieren die Araber. Stereotype Narrative verfestigen sich und können nur durch gegenseitiges Kennenlernen aufgebrochen werden. Givat Haviva bringt Akteure beider Seiten zusammen. Diskussionen, auch Streitgespräche schaffen Beziehungen und es entwickeln sich sogar Freundschaften.

Ausstellung Schau mich an (2)

Der ungelöste Konflikt zwischen Juden und Arabern, die zusammen im Staat Israel leben, ist eine der Ursachen der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Tausende von Menschen, die jetzt bei uns Zuflucht suchen, kommen aus dieser Region. Darum rückt den Menschen an Nahe und Glan dieses Thema immer näher. Ohne eine Lösung des Konflikts werde es auch in Syrien keinen Frieden geben, betonte Torsten Reibold, Europasekretär von Givat Haviva. Seit 25 Jahren unterstützt das Land Rheinland-Pfalz die Bildungseinrichtung politisch und finanziell und leistet nach den Worten Reibolds damit einen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen.

Die Problematik vererbter Konflikte sprach die CDU-Landtagsabgeordnete Julia Klöckner in einem sehr persönlich gehaltenen Grußwort an, auch im Namen von Oberbürgermeisterin Heike Kaster-Meurer und Friedel Grützmacher, der Vorsitzenden von Givat Haviva Deutschland. „Die Begegnung von jungen Menschen durch Givat Haviva kann dazu beitragen, dass kollektive Feindbilder überwunden werden“, betonte sie. Besondere Momente ließ Moritz Dindorf auf dem Piano anklingen. Der junge Musiker setzte der Eröffnung mit rund 30 Gästen ein Glanzlicht auf mit seinen zum Teil selbst komponierten arabisch-hebräisch angehauchten Improvisationen.

Ausstellung Schau mich an (1)

Die Ausstellung im großen Saal des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses, Kurhausstraße 6, ist noch bis zum 15. April zu sehen. Sie steht Gruppen aus Schulen und Gemeinden zur Verfügung. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr und Freitag 9 bis 12 Uhr, sowie nach Vereinbarung. Anmeldung beim evangelischen Schulreferat, Telefon: 0671-251-154 oder schulreferat.badkreuznach@ekir.de

 Marion Unger