Menschenrechtspreis der Friedrich Ebert-Stiftung 2015 an die Shared Communities-Bürgermeister Hassan Atamneh und Ilan Sadeh verliehen

Am Donnerstag, den 5. November erhielten Hassan Atamneh, Bürgermeisters der palästinensisch-israelischen Stadt Kfar Kara und Ilan Sadeh, Bürgermeister der jüdischen Verbandsgemeinde Menashe Regional Council den Menschenrechtspreis der Friedrich Ebert-Stiftung aus den Händen des Stiftungsvorsitzenden, Kurt Beck. Sadeh und Atamneh erhielten diesen Preis auch stellvertretend für alle sieben Bürgermeister und Bürger der IMG_6304Kommunen, die zur Zeit an dem Projekt Shared Communities teilnehmen.

In seiner Ansprache während der Preisverleihung in der Stiftungszentrale in Berlin betonte Beck die Bedeutung dieser Arbeit: „Es bedarf für den Erfolg solcher Projekte immer auch engagierter Führungspersönlichkeiten wie Hassan Atamneh und Ilan Sadeh, die den Gedanken der Gemeinsamkeit und der Kooperation in ihren Gemeinden und auch nach außen vertreten und durch ihr Verhalten zur Friedensbildung zwischen Juden und Arabern in Israel beitragen. Dies ist in der von Spannungen und widerstreitenden Interessen geprägten israelischen Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit und verdient daher unsere höchste Wertschätzung.“ Auch der DIG-Vorsitzende Reinhold Robbe, der die Laudatio hielt, betonte die Beispielhaftigkeit und Bedeutung des Engagements der beiden.

IMG_6457In ihren auf Hebräisch und Arabisch gehaltenen Dankesreden nahmen die Preisträger wiederum Bezug auf die Arbeit Givat Havivas, dessen Initiative sie erst zur Übernahme des Projekts Shared Communities in ihren Gemeinden bewegt hätte und auf dessen Unterstützung bei der Praktischen Umsetzung jederzeit bauen könnten. Beide erwähnten aber auch ausdrücklich die lange und treue Freundschaft der Friedrich Ebert-Stiftung mit Givat Haviva und deren enormes Engagement im Projekt Shared Communities, ohne das diese Arbeit ebenso wenig möglich geworden wäre. Den mit jeweils € 10.000,- dotierten Preis möchten die beiden Preisträger wieder in die Projektarbeit in ihren Kommunen investieren.

DSC_2879In einer Podiumsdiskussion mit weiteren Aktivisten und Journalisten aus Israel und Deutschland betonte Yaniv Sagee, der Direktor Givat Havivas die Bedeutung des Shared Communities-Projekts für das jüdisch-arabische Verhältnis und die Demokratie in Israel: „Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, auf großer Ebene in Israel Menschen – Juden und Araber – zusammenzubringen und gemeinsam mit ihnen an einer positiven Zukunftsvision zu arbeiten”, sagte Sagee. Es sei möglich, täglich vertrauensvoll und partnerschaftlich miteinander umzugehen! “Es ist auch möglich, die israelische Gesellschaft zu einer wahrlich und durch und durch demokratischen Bürgergesellschaft zu machen, in der Kooperation statt Vorurteile und Vertrauen statt Angst die Grundlage des Zusammenlebens bilden”, so Sagee weiter.

Weitere Stationen des Besuchs der Delegation waren Gespräche mit dem Israel Gesprächskreis der SPD-Fraktion im Bundestag, ein Besuch und Konsultation im Außenministerium sowie ein Gespräch mit Vertretern der Stadt Berlin im Roten Rathaus.

Finden Sie mehr zur Preisverleihung und auch Hintergrundinformationen zu Givat Haviva und Israel auf der Seite der Friedrich Ebert-Stiftung zum Thema.

Bericht in Publik Forum