Jugendgruppe des Bezirksverbandes Pfalz besuchte Givat Haviva

Jugendgruppe auf dem Aussichtspunkt oberhalb von Barta'a

Jugendgruppe auf dem Aussichtspunkt oberhalb von Barta’a

Im Rahmen der diesjährigen Gedenkfahrt nach Israel besuchte eine Jugendgruppe des Bezirksverbandes Pfalz auch Givat Haviva. Im Folgenden können Sie den Bericht über den Besuch am 8. April 2014 lesen:

„Die Gruppe wird am Abend komplett verwirrt sein angesichts der extrem komplizierten Situation zwischen Israelis und Palästinensern“, prophezeit Lydia Eisenberg am Morgen in der Bildungs- und Begegnungsstätte Givat Haviva und ergänzt: „Es gibt kein Schwarz oder Weiß.“ Die rüstige 68-jährige Jüdin aus Wales, die seit 45 Jahren in einem Kibbuz lebt, vermittelt den Pfälzerinnen und Pfälzern in gestochenem britischen Englisch spannend und anschaulich die komplexe und sensible Grenzproblematik. Givat Haviva, bereits 1949 gegründet, ist die renommierteste Begegnungsstätte für israelische Juden und Araber, die 22 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Das Bildungsinstitut, das auch mit dem rheinland-pfälzischen Gemeinde- und Städtebund in Kontakt steht, hat sich der Friedensarbeit verschrieben und verfolgt das Ziel, Vorurteile abzubauen und Verständnis für die unterschiedlichen Positionen zu wecken. Lydia erklärt zunächst einen Friedensbaum auf dem weitläufigen Gelände, den Juden und Araber 2003 während eines einwöchigen Aufenthalts in den Sommerferien aus einem hundert Jahre alten Eukalyptusbaum geschnitzt haben: Hände strecken sich den Baum hinauf, den eine Friedenstaube krönt und in dessen Mitte ein von einer Blüte umkränztes Herz zu sehen ist.

Lydia macht deutlich, dass gegenseitiges Vertrauen die wichtigste Grundlage wäre, um den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern einer Lösung zuzuführen. Sie erläutert die „Green Line“, die seit 1949 die Palästinenser im Westjordanland und in Gaza (überwiegend Moslems) von den Israelis trennt. Nach ihren hilfreichen Ausführungen macht Samer, ein muslimischer Araber, die alltäglichen Diskriminierungen der arabischen Minderheit in Israel deutlich. „Ich habe kein Problem mit der jüdischen Bevölkerung, sondern mit der israelischen Regierung“, sagt er. Am Nachmittag sorgt eine Bustour entlang der „Green Line“ dafür, dass das am Vormittag Gehörte für die Gruppe aus der Pfalz plastisch vor Augen tritt. Dabei geht es auch in den palästinensischen Ostteil des seit 1949 geteilten Dorfes Bartaa, in der bei eher zufälligen israelisch-palästinensischen Begegnungen die Emotionalität und Sensibilität der Situation auch für die Gruppe deutlich wird. Am Ende der Tour ist Lydia zufrieden mit den jungen Pfälzern und spricht ihnen höchstes Lob dafür aus, dass sie aufmerksam und interessiert versucht haben, die komplizierte und verwirrende Lage entlang der „Green Line“ zu verstehen und bittet sie weiterzugeben, was sie heute gelernt haben.”

Das gesamte Tagebuch der Gedenkfahrt finden Sie unter:

http://www.bv-pfalz.de/jugend-gedenken/gedenkarbeit/israel-tagebuch/