Für den Frieden einstehen: Rheinland-Pfälzer absolviert Praktikum in Givat Haviva

Matthias Grimm_GH_2014Für ein paar Monate in ein Konfliktgebiet fahren und etwas für den Frieden tun? Für Matthias Grimm klingt das nach einer prima Idee. Der junge Rheinland-Pfälzer aus Trier absolviert für die nächsten zwei Monate ein freiwilliges Praktikum bei Givat Haviva, dem israelischen Friedens- und Dialogzentrum.

Während der kommenden Wochen wird er aktiv in der Programmplanung, Öffentlichkeitsarbeit und Besucherbetreuung Givat Havivas mitarbeiten und das Zentrum auch in seinen vielfältigen Tätigkeitsfeldern der zivilen Konfliktbearbeitung unterstützen.

Seien es binationale Dialogprojekte zwischen Jugendlichen, jüdisch-arabische Gemeindekooperationen oder eine Kampagne für den Friedensprozess: In einem Land, in dem sich selbst Nachbarn feindselig gegenüberstehen und Angst voreinander haben, ist jede Mithilfe willkommen.

Kennengelernt hat Grimm Givat Haviva durch dessen vielfältige Verbindungen nach Rheinland-Pfalz. Seit nunmehr 20 Jahren verbinden das Land und das Friedenszentrum eine enge Partnerschaft, von Projektförderungen, Schüleraustauschen, Vorträgen und gegenseitigen Informationsbesuchen. Der 30jährige Student hat diese Partnerschaft auch fast schon „hautnah“ miterlebt: Sein Vater, Christoph Grimm, war seinerzeit der Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz und war an Aufbau und Pflege dieser Partnerschaft lange direkt beteiligt. „Natürlich bleibt sowas im Gedächtnis“, sagt Grimm. „Als ich dann über ihn erfuhr, dass diese Partnerschaft im letzten Jahr Jubiläum feierte und man dort auch wieder junge Menschen zu Praktika einlädt, habe ich nachgefragt, ob ich das auch machen könne.“ In kurzer Zeit kam der Kontakt zustande und jetzt beginnt er sein achtwöchiges Praktikum in Israel.

„Mit diesem Praktikumsangebot richtet sich Givat Haviva an junge Menschen, die Erfahrungen mit der Arbeit von Nichtregierungsorganisationen machen möchten“, sagt Torsten Reibold, Europarepräsentant von Givat Haviva. Dass man nun mit einem jungen Menschen aus Rheinland-Pfalz das zuvor aufgrund von Finanzierungsproblemen eingestellte Programm erneuere, sei besonders erfreulich und schließe auch einen Kreis: „Vor 11 Jahren war ich der erste Praktikant überhaupt bei Givat Haviva und kam damals auch aus Rheinland-Pfalz nach Israel.“ Dies zeige auch, dass die Arbeit Givat Havivas keine Eintagsfliege sei, so Reibold. Und: „Wer dieses Land und seine Geschichte erst einmal kennengelernt hat, den lässt es so schnell auch nicht wieder los“.

Givat Haviva richtet dieses Angebot grundsätzlich an alle jungen Menschen, die Interesse an Friedens- und Dialogsarbeit haben, NGO-Erfahrungen suchen oder sich für das Thema Nahost und Israel interessieren. Einen Rheinland-Pfalz Bonus gibt es aber auch: Man wolle mit diesem neuen Angebot auch die Freundschaft mit dem Land stärken, so Reibold, weshalb man junge Menschen aus der Region besonders einlade, sich zu bewerben und diesen, nach Möglichkeit, auch Vorrang vor gewähre.