Haviva Reik-Friedenspreis an Daniel Barenboim verliehen

Der Generaldirektor der Staatsoper, Daniel Barenboim, ist für sein langjähriges Engagement zur jüdisch-arabischen Versöhnung der Haviva Reik-Friedenspreis 2003 verliehen worden. Maestro Barenboim hat in seiner langjährigen Wirkungsgeschichte gezeigt, wie man durch Musik Brücken zwischen Menschen bauen kann, auch, wenn der Konflikt zwischen ihnen eine tiefe Kluft gerissen hat.

Mit seinem, inzwischen verstorbenen Freund Edward Said hatte Barenboim 1999 den West-Östlichen Diwan initiiert, ein mit jungen jüdischen und arabischen Talenten besetztes Orchester. Dieses vorbildliche bi-nationale Kooperationsprojekt trat zuletzt in Weimar, Sevilla und London auf. Sein aktuelles Vorhaben ist der Aufbau eines palästinensischen Jugendorchesters. Bei seiner Arbeit geht es Barenboim nicht bloß darum, Begegnungen zu organisieren. „Meine Beschäftigung im West-Östlichen Diwan und besonders jetzt in Ramallah ist nicht, Menschen zusammen zu bringen durch die Musik. Das klingt sehr schön, aber das ist nur ein Nebeneffekt,“ sagte Barenboim anlässlich der Preisverleihung im Berliner Sorat Hotel Spreebogen. Die Musik habe einen Zauber und Inhalt, der sich mit Worten nicht ausdrücken ließe: „Wir können nicht nach Ramallah kommen mit Worten. Wir müssten, besonders weil wir es mit Tatsachen nicht geschafft haben so lang – 37 Jahre Besetzung. Wir müssen dort hinkommen und den Leuten dort ein Mittel geben, um sich selber ausdrücken zu können.“
Der Friedenspreis der nach der Kibbuzaktivistin und Widerstandskämpferin Haviva Reik, die 1944 von deutschen Soldaten hingerichtet wurde, benannt ist, wurde 2004 zum zehnten Mal verliehen. Viele der vorherigen Preisträgerinnen und Preisträger dabei anwesend, so die Schweizer Ellen Ringier, Prof. Eduard Badeen und Peter Liatowitsch. Dahlia Rabin-Pelessof, ehemaliges Knesset-Mitglied und Vizeministerin, die 1997 mit dem Haviva Reik-Friedenspreis geehrt wurde hielt die Laudatio für den Dirigenten und Musiker Barenboim.
Zu den 120 Gästen des Festaktes, die von den arabisch-jüdischen Friedensköchen (Chefs for Peace) im Rahmen eines Benefiz-Galadiners köstlich bewirtet wurden, gehörten unter anderem Berlins regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und ARD-Moderatorin Sabine Christiansen.

Das israelisch-ungarische Duo Rubin und der deutsch-palästinensische Schriftsteller Anis Hamadeh, die ein Monat zuvor ihre Erfolgreiche Benefizkonzertreihe „Shalom – Salam“ zugunsten von Givat Haviva beendet haben sorgten für ein angenehmes musisch-literarischen Rahmen.

Die komplette Dokumentation zur Verleihung des Haviva Reik-Friedenspreis an Daniel Barenboim (PDF, 2,1 MB)

Lesen sie hier die Vorankündigungen und Pressemitteilungen zur Preisverleihung