Review Ausstellung „Mit den Augen eines Anderen“ in Berlin und Mainz

Am 4. November 2003 hat die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Susanne Kastner die Ausstellung von Givat Haviva „Mit den Augen des Anderen“ im Deutschen Dom am Berliner Gendarmenmarkt eröffnet. Der Begrüßung der etwa 100 Gäste durch die Vizepräsidentin folgten Grußworte der Bundeszentrale für politische Bildung, die die Ausstellung großzügig unterstützt hat, sowie der beiden Vertreter von Givat Haviva Alex G. Elsohn und Mohammad Darawshe.
Neben den Bildern aus dem Fotokurs „Mit den Augen des Anderen“, bei dem jüdische und arabische Jugendliche gegenseitig ihre Lebenswelten mit der Kamera entdeckten, zählten Postkarten und Bilder aus dem Projekt „Friedensgrüße“ und „Die Sprache der Erde“ zu den Exponaten.
Susanne Kastner hob hervor, dass das Zusammentreffen von Givat Haviva und dem Bundestag kein zufälliges Ereignis, sondern ein ausdrücklicher Wunsch aller Fraktionen sei. Gerade angesichts der grausamen Spirale von Gewalt, Gegengewalt und wieder neuer Gewalt, die die Hoffnungen auf eine friedliche Konfliktbewältigung zu begraben drohe, sei die Arbeit von Givat Haviva, die sich dieser Lage und dem verhängnisvollen Zeitgeist, der in Kriegen und Krisen so schnell die Oberhand gewinne, entgegensetze, so wichtig.
Der Spagat, den Juden und Araber in Givat Haviva täglich neu probierten, sei Vertrauensarbeit von unten, Abbau von Vorurteilen, Einüben von Dialogfähigkeit. Frieden, so Kastner, beginne ebenso wie der Krieg in den Köpfen der Menschen. Und Givat Haviva wage es, den Anfang zu machen – immer wieder neu, mit Ausdauer und Optimismus: „Eines Tages wird diese Saat der Friedensarbeit Früchte tragen.“

Nur einen Monat später, am 3. Dezember 2003 empfingen Ministerpräsident Kurt Beck und Landtagspräsident Christoph Grimm die Ausstellung im Landtag von Rheinland-Pfalz. Dieses Bundesland hatte als Ausstellungsstandort eine besondere Bedeutung, da Givat Haviva nun schon auf eine zehnjährige Zusammenarbeit mit Rheinland-Pfalz zurückblicken kann, die eine der konstantesten und verlässlichsten ist. Viele Friedensprojekte konnten nur mit dem stetigen Rückenwind aus Mainz realisiert werden.

In seiner Neujahrsansprache schilderte Christoph Grimm noch die lebendigen Eindrücke, die die Ausstellung bei ihm hinterließ: „Die Bilder zeigen vor allem eines: Es ist gerade die Normalität, die die Jugendlichen am meisten beeindruckt, die Erkenntnis ‚bei denen sieht es ja genauso aus wie bei uns!’ Man lernt sich kennen, Feindbilder werden abgebaut und es entsteht gegenseitiges Verständnis.“ Gerade den unspektakulären, alltäglichen Ereignissen, müsse mehr Gehör geschenkt werden, folgerte Grimm.

Wir danken der Bundeszentrale für politische Bildung, mit deren Unterstützung die Ausstellung realisiert werden konnte und der Firma BBJ für den Transport.