Wanderausstellung “Mit den Augen eines Anderen”

Dieses einzigartige Projekt des Kunstzentrums Givat Havivas, Israel, bringt jüdische und arabische Jugendliche aus Israel zusammen, um die Kunst der Fotografie zu erlernen und sich auf diese Weise in neuen und unterschiedlichen Perspektiven zu „sehen“ und dabei näher kennen zu lernen.

Die 13 bis 16-Jährigen werden, in dem Kunstzentrum Givat Havivas in die Geheimnisse der Fotografie eingeweiht. Zu Beginn gehen die Jugendlichen, in gemischten Klassen, ins Fotolabor und in das Studio des Kunstzentrums. Sie bekommen die Möglichkeit ihre Bilder in einer Dunkelkammer selber zu entwickeln und so am ganzen Entstehungsprozess eines Bildes teilzunehmen und ihn zu erlernen. Die Aufnahmen machen sie jedoch in den Wohnungen der einzelnen Familien. Zum Teil sind die Dörfer, aus denen die Jugendlichen kommen, nur wenige Kilometer von einander entfernt. Doch kennen tun sie die Dörfer der „anderen“ nicht. In diesem Projekt bekommen sie die Gelegenheit sich zu besuchen und gegenseitig zu fotografieren. Sie gehen durch die Zimmer der „anderen“ Kursteilnehmer, sehen die Poster an den Wänden, die Vorliebe für den Fußballclub, stellen fest, dass sie sich gar nicht so sehr von einander unterscheiden. Nein, eigentlich sind sich die Zimmer sogar sehr ähnlich.

Mit Hilfe der Kunst, wird hier erreicht, was ansonsten in den Begegnungsstätten mit face-to-face – Veranstaltungen erarbeitet wird. Die Jugendlichen sprechen miteinander und sie lernen sich näher kennen. Sie lernen etwas über die Umgebung in der sich die einzelnen Kursteilnehmer bewegen, sie lernen etwas darüber, wie sie leben. Ihnen wir die einzigartige Gelegenheit geboten, den „anderen“ genauer zu betrachten und dabei auch zu fragen, wie sieht der „andere“ mich?

Dieses Projekt zeigt, dass Einzelne, auch in schwierigen Zeiten, mit Hilfe der Kunst, die Kluft überwinden und das Verständnis zwischen den Kulturen ausweiten können, wenn sie dazu die Gelegenheit bekommen.

Ohne die aktive Hilfe der Länder Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, der Friedrich Ebert-Stiftung, des Auswärtigen Amtes und der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Tel-Aviv, ohne die Spenden verschiedener Unternehmen, Stiftungen und zahlreicher Privatpersonen wäre die Projektarbeit Givat Havivas nicht möglich gewesen. Das Projekt wird bereits im dritten Jahr durchgeführt.

Zusätzlich, zu den Fotos die die Jugendlichen aufgenommen, enthält die Ausstellung zwei weitere Arbeiten Givat Havivas.

Das Kunstzentrum in Givat Haviva hat an bekannte Persönlichkeiten leere Postkarten versandt, mit der Aufforderung, diese in Ansichtskarten in Friedensgrüße zu verwandeln. Dementsprechend heißt das zweite Projekt „Friedensgrüße / Drishat Shalom“. Die Grußformel „Drishat Shalom” bedeutet im Hebräischen auch „Hoffnung auf Frieden”. Uber 800 Karten kamen zurück. Eine Auswahl davon ist in dieser Ausstellung zu sehen.

In dem Projekt „Die Sprache der Erde“ bauten jüdische und arabische Jugendliche aus der Erde des gemeinsam bewohnten Landes ein Haus, das als Ort der Begegnung und des Dialogs dienen soll. Natürlich wurde die Aktion von einer Kamera begleitet und Sie können sich in der Ausstellung selber ein Bild von den Ergebnissen machen.

Die Ausstellung wurde durch die Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung ermöglicht. Die Reise durch Deutschland wird gefördert durch BBJ Corvus GmbH, Juniorenfirma (Berlin). Informieren sie sich: www.bpb.de und www.bbj.de

Wo können Sie die Ausstellung sehen? Werfen Sie einen Blick auf unsere Ausstellungsdaten: http://www.givat-haviva.net/htm/06_rueckblick/mit_den_augen_rueckblick.htm