Bremer Internetportal

In Israel ist es nicht leicht Friedens- und Dialogarbeit zu betreiben. Aus vielen Gründen. Einer von ihnen ist die räumliche Distanz, die, auch wenn sie nicht groß ist, ist sie im Alltag kaum zu überwinden, insbesondere seit dem Ausbruch der 2. Intifada. Um dennoch die Möglichkeit zu bekommen einander kennen zu lernen und miteinander ins Gespräch zu kommen hat Givat Haviva gemeinsam mit der „Internationalen Friedensschule Bremen“ und Biladi, dem Verlagshaus der Jerusalem Times ein einzigartiges Projekt ins Leben gerufen. Wenn die Menschen, in diesem Fall Jugendlichen, sich nicht direkt begegnen können, dann muss ein Medium gefunden werden. Und das grenzüberschreitenste Medium heutzutage ist das Internet. Das Projekt „Bremer Internet Portal“ (Arbeitstitel, einen „richtigen“ Namen, werden die Schüler auswählen) wird Schülern aus Israel, sowohl Arabischen als auch Jüdischen, Schülern aus den palästinensischen Gebieten und der Hansestadt Bremen die Möglichkeit geben, miteinander zu kommunizieren, sich über die Grenzen hinwegzusetzen.

Seit Mitte August ist das Portal den Lehrern sowie den MitarbeiterInnen der Friedensschule Bremen und Givat Havivas zugänglich. Den Pädagogen wird damit die Möglichkeit gegeben, trotz der räumlichen Distanz effektiv die weiteren Schritte des Projektes zu planen und zu gestalten. Den SchülerInnen wird das Forum Anfang September, also zum Beginn des Schuljahres, unter Anleitung der LehrerInnen, sowie MitarbeiterInnen und professionellen Moderatoren der Friedensschule Bremens als auch Givat Havivas zugänglich gemacht. Die Jugendlichen sollen sich zunächst in speziell für ihre Schulklassen eingerichteten Foren unterhalten. Sie stellen sich vor und schreiben welche Erwartungen sie an dieses Projekt haben. Unter Betreuung ihrer Lehrer sowie der Moderatoren Givat Havivas werden sie in der 1. Phase ihren eigenen Standpunkt ausloten. Die Schüler sollen sich mit dem Begriff der Identität, sowohl ihrer persönlichen, als auch ihrer Identität im nationalen und eventuell auch religiösen Sinn, auseinandersetzen. In der nächsten Phase werden sie schrittweise zusammengeführt und können gemeinsam miteinander kommunizieren und Gedanken austauschen.

Im Rahmen der „Bremer Haifa-Tage“ findet am 1. November im „Haus der Bürgerschaft“ in Bremen um 11 Uhr eine Live-Präsentation des Forums statt. Unter anderen werden Vertreter der „Internationale Friedensschule Bremen“, Schüler und Lehrer des Gymnasiums Vegesack, Alex G. Elsohn, Direktor der Europaabteilung Givat Havivas, Yona Yahav, Bürgermeister Haifas und sein „Amtskollege“ aus Bremen, Dr. Henning Scherf anwesend sein. Die Zuschauer können live zusehen, wie die Jugendlichen alle Grenzen überwinden.

Neuigkeiten werden bald bekannt gegeben.

Das „Bremer Internet Portal“ wird unterstützt durch die Bremer Senatskanzlei, der Bremer Bürgerschaft und der Robert-Bosch-Stiftung. Ohne diese großartige Förderung könnte dieses Projekt nicht realisiert werden.

Schauen Sie doch einfach mal in das Portal rein: www.friedensschule-bremen.de

Vom 3. bis 7. Juni besuchten die arabischen und jüdischen LeherInnen Ihre deutschen KollegInnen und veranstalteten einen Workshop zur Konzeptualisierung des Internetportals im Lidice Haus in der Hansestadt. Sie erarbeiteten gemeinsam, wie sie die SchülerInnen der 9. und 10. Klassen schrittweise zum Dialog führen können. Dabei steht vor allem die Vermittlung von Kenntnissen über den Konflikt und das gegenseitige Kennen lernen im Vordergrund. Unterstützt wird das Projekt von der Robert-Bosch-Stiftung sowie des Senats und der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Bremen.