Daniel Barenboim ist Haviva Reik-Friedenspreis-Träger 2003

Der Haviva Reik Friedenspreis des Jahres 2003 geht an den bekannten Musiker und Dirigenten Daniel Barenboim. Der Preisverleiher, das israelische Friedens- und Bildungszentrum Givat Haviva, ehrt damit seinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz für Frieden und Dialog zwischen Israelis und Arabern.

Der Träger des Haviva Reik-Friedenspreises 2003 heißt Daniel Barenboim. Dies gaben das Direktorium Givat Havivas und des Jüdisch-Arabischen Zentrums für den Frieden in Givat Haviva am Sonntag bekannt. Der Preis ist die Anerkennung für Barenboims Bemühungen um die Aussöhnung zwischen Israelis und Arabern und seinen Einsatz für den israelisch-palästinensischen Dialog.

„Maestro Barenboim hat in seiner langjährigen Wirkungsgeschichte der ganzen Welt gezeigt, wie man durch Musik Brücken zwischen Menschen bauen kann, auch, wenn der Konflikt zwischen ihnen noch so bitter ist”, heißt es in der Begründung für die Preisverleihung. Barenboim, Sohn russischer Juden und israelischer Staatsbürger, ist seit langem ein vehementer Gegner der gewaltsamen Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern. Mit seinen israelisch-palästinensischen Musikprojekten und seinen wiederholten Konzertbesuchen in den Besetzten Gebieten hat sich Barenboim auch unter den Palästinensern den Ruf eines engagierten Botschafters für Frieden und Versöhnung erworben.

Zusammen mit seinem inzwischen verstorbenen Freund Edward Said gründete Barenboim Ende der 90er Jahre den israelisch-palästinensischen Musikworkshop “West-Ostlicher Divan” mit dem er und junge Talente von beiden Seiten an verschiedenen Orten der Welt musizieren: zuletzt in Weimar Sevilla und London. Sein neuestes Projekt gilt dem Aufbau eines palästinensischen Jugendorchesters in Ost-Jerusalem.

In einem Schreiben an Barenboim betonten der Generaldirektor Givat Havivas, Haggai Halevi, und der Direktor des jüdisch arabischen Zentrums für den Frieden, Riad Kabha, die Gemeinsamkeiten der Bemühungen des Dirigenten und des Friedenszentrums: „Wir fühlen, das Daniel Barenboim mit seiner anhaltenden Arbeit im Geiste des Friedens und der Verständigung ein Seelenverwandter Givat Havivas ist. (…) Wir verleihen Ihnen diesen Preis im Namen der tausenden Israelis und Palästinenser, die in den Programmen und Veranstaltungen Givat Havivas Partner für den Frieden geworden sind und die Ihnen mit uns die Kraft wünschen, mit ihrem Werk fortzufahren und erst zu enden, wenn der Frieden, den wir uns so sehnlichst wünschen, eingetroffen ist”.

Der Haviva Reik-Friedenspreis wurde 1994 von der Givat Haviva Educational Foundation USA und dem israelischen Friedens- und Bildungszentrum Givat Haviva ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich verliehen. Der Preis soll Menschen ehren, die mit ihrer Arbeit dafür eintreten, die politischen, kulturellen und religösen Auseinandersetzungen im Nahen Osten im Dialog auszutragen und Toleranz und die Achtung vor den Menschenrechten zu fördern.

Die Auszeichnung selbst – ein Originalkunstwerk aus der Werkstatt eines israelischen Künstlers (jährlich wechselnd jüdisch oder arabisch) – soll Barenboim im Laufe dieses Jahres in Berlin übergeben werden.

Folgende Gäste werden unter anderem anwesend sein:
Gavri Bargil (Generalsekretär der Kibbuzbewegung)
Sabine Christiansen (ARD-Moderatorin)
Mohammad Darawshe (Pressesprecher von Givat Haviva)
Sara Ozacky-Lazar (Leiterin der Forschungsabteilung von Givat Haviva)
Dalia Rabin-Pelosof (ehem. Vizeministerin und Knesset-Mitglied; Generaldirektorin)
Dagmar Schmidt (MdB, Vorsitzende des Freundeskreises von Givat Haviva in Deutschland)
Klaus Wowereit (Regierender Bürgermeister Berlin)
Außerdem werden die PreisträgerInnen der Vorjahre aus der Schweiz anwesend sein:
Ellen Ringier, Prof. Eduard Badeen und Peter Liatowitsch.

Für weitere Informationen: Alex G. Elsohn, Direktor Europa, +9 72/ 54/ 97 14 15, elsohn@kba.org.il
Mohammad Darawshe, Director of PR Givat Haviva +9 72/ 64/ 47 54 37, mmd@inter.net.il

Die bisherigen Preisträger

1994 Fred Howard, USA – Friedensaktivist und Unterstützer zahlreicher Friedensorganisationen in Israel

1995 Camelia Sadat, USA/ Ägypten – Tochter des ermordeten ägyptischen Ministerpräsidenten Anwar As-Sadat, Befürworterin eines gerechten israelisch-palästinensischen Ausgleichs. Caroline Kennedy-Cuomo, USA – Menschenrechtsaktivistin

1996 Kurt Beck, Deutschland – Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und Freund Givat HavivasColette Avital, Israel – Israelische Konsulin a.D. und Friedensaktivistin im Nahen Osten

1997 Dalia Rabin-Pelessof – Israelische Friedensaktivistin und Mitglied der KnessetMuhammad Ali, USA – Sportler und aktiv im interreligiösen Dialog.

1998 Johannes Rau, Deutschland – Bundespräsident und früherer Ministerpräsident vonNordrhein-Westfalen.Yaela Granot, Israel Direktorin von Givat Haviva a. D.

1999 Dr. Ellen Ringier, Schweiz – Aktivistin gegen Rassismus und Fremdenhass

2000 Hans Georg Meyer, Deutschland – Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, Friedensaktivist und engagierter Moderator in den israelisch-palästinensisch-deutschen Beziehungen.

2001 Dr. Peter Liatowitsch & Prof. Eduard Badeen, Schweiz – Aktivisten für einengerechten Frieden zwischen Israelis and Palästinensern und Versöhnung zwischen Juden und Arabern in der Schweiz.

2002 Sigmar Gabriel, Deutschland – Ministerpräsident von Niedersachsen

Der Haviva Reik Friedenspreis wird von Givat Haviva seit 1994 im Gedenken an die jüdische Widerstandskämpferin Haviva Reik verliehen. Geboren 1914 in der Slovakei war Reik bereits in frühen Jahren Mitglied der zionistisch-sozialistischen Jugendbewegung Hashomer Hatzair. Sie immigrierte 1939 nach Palästina und wurde Mitglied im Kibbutz Ma’anit. Sie diente als Freiwillige in der britischen Armee und sprang im September des Jahres 1944 hinter den deutschen Linien in der Slovakei ab, um dort den jüdischen Widerstand zu organisieren. Sie wurde wenig später gefangen genommen und nach kurzer Haft, am 20. November 1944 hingerichtet.

Weitere Informationen zu Daniel Barenboim: www.daniel-barenboim.com

Pressemitteilung und weitere Informationen als PDF (700kB)
Einladung zur Preisverleihung und Festbankett (PDF, 100kB)

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